LBM 2014 – Kurzfassung

Die Leipziger Buchmesse 2014 ging natürlich nicht ohne mich zu Ende. In wenigen Sätzen:

Mein Studiengang hat mir eine Fachbesucher-Akkreditierung verschafft, da war ich natürlich mächtig stolz. So konnte ich bestimmte Bereiche betreten, die Sterblichen nicht vergönnt sind.

In meiner Hoffnung auf weniger Gedränge an den interessanten Ständen, fuhr ich erst gestern hin, wirklich gelohnt hat sich mein Besuch jedoch erst ab ca. 15 Uhr. Bei freier Sicht durch alle Gänge entdeckte ich tatsächlich zahlreiche Verlage, die mir gar nicht bekannt waren.

Gegen 17 Uhr begann das allgemeine »Rausschmeißen« der ausgestellten Artikel. Hier sprang für mich ein Buch raus, das ich schon vor einer Weile kaufen wollte.

vomwunderdesantlitzes

Ja, es war schön. Nächstes Jahr kann ich mein zehnjähriges Jubiläum der Messe-Besuche feiern! Vielleicht… bekomme ich die Akkreditierung dann als Autor?

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Aktualisierungsfehler

Hachja, die Lebenserhaltung eines Blogs ist doch recht schwierig in meinen Alltag einzubinden. Ich könnte jetzt versprechen, dass ich in Zukunft aktiver sein werde, aber ich möchte eure Nerven nicht unnötig strapazieren.

Was war so los? Zunächst habe ich erfolgreich meinen Bachelor beendet und bin in den Master gestartet. Anschließend bin ich umgezogen, in eine riesige Altbauwohnung, zu meinem Bedauern mit riesigem Grünzeugmangel. Für den Heiligen Abend konnte ich meine Eltern tatsächlich mal zu mir locken und mein Essen, wohoo, hat ihnen geschmeckt. Aktuell steht Jobsuche auf meinem Plan. Bestenfalls werde ich mein Studium zugunsten einschlägiger praktischer Erfahrungen unterbrechen.

Im letzten Post habe ich euch von meinem wiederentdeckten und umfunktionierten Tagebuch vorgeschwärmt. Tatsächlich ist es nun reich gefüllt mit vielen Ideen und ganzen szenischen Entwürfen. Ich verwerfe natürlich immer wieder etwas, aber es läuft wirklich nicht schlecht. Die erhoffte Ordnung stellte sich natürlich nicht ein, muss ich gestehen. Der Hauptanteil der Eintragungen ist mit merkwürdigen Symbolen versehen und mit Pfeilen mehreren Stichpunkten zugeordnet. Vor allem spät abends verfasste Randnotizen stellen mich schon am nächsten Tag vor den DaVinci-Code. Und dann gibt es noch eine ganz spezielle Seite, die meine Gehirnwindungen repräsentiert: Stolze fünf Absätze habe ich verfasst, zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgestrichen, später jeden einzelnen mit „Doch verwenden!“ zurück ins Leben geholt und dann, echt, mit einem unlesbar gelben(!?) Buntstift etwas darübergekritzelt. Ich habe keine Ahnung was das sollte. War es die Uhrzeit? Der Wein? Weltuntergangsanaloger Stiftemangel?

Mittlerweile sind zwei Büchlein anderer Art hinzugekommen. Eines bekam ich zu Weihnachten geschenkt. Das Cover ist mit dem Manuskript von Jane Eyre verziert. Habe ich erwähnt, dass Jane Eyre mein Lieblingsbuch ist? Nein? Dann sollte ich das öfter tun. Vielleicht poste ich mal etwas darüber! Jedenfalls habe ich meine Gedichte dort hineingeschrieben, die bisher nur auf Zettellawinen beweihräuchert werden konnten. Das zweite Büchlein ist ein weiterer archäologischer Fund meinerseits. Die Inspiration zum Inhalt erhielt ich letzten Dienstag durch den Film Ghost World mit Thora Birch.

Für Protagonistin Enid ist es eine Mischung aus Tagebuch und Skizzenblock. So habe ich es übernommen. Hier findet nur unüberlegt Gekritzeltes zum Geschehen des Tages seinen Platz. Praktisch nebenbei befördert meine Hand kleine bis mittelgroße literarische Ergüsse zu Tage. Das Bild entstammt übrigens dem sehr inspirierenden Blog Rhomany’s Realm, der mich gerade gefunden hat ;) Schaut ihn euch mal an, vielleicht bekommt ihr dann auch Lust auf so ein Büchlein!

… Und wenn ihr Lust darauf bekommt: Hinterlasst mir oder ihr einen Kommentar, ja?!

Auf ein baldiges Wiedersehen und gute Nacht!

Eure E.

„Ordnung ist das halbe Leben“…

… Hab ich noch nie kapiert. Aber ich bin ja für alles offen.

Die Semesterferien begannen mit den üblichen Vorsätzen: Sortieren, einheften, wegräumen. Doch (endlich!) nach Abgabe meiner Bachelorarbeit war ich zu nicht viel mehr im Stande, als auf der Couch herumzulümmeln. Was auch sonst.

Erst als ich wieder begann, über das anschließende Semester zu grübeln, konnte ich mich allmählich aufraffen. Tatsächlich erhielt ich von meinen favorisierten Unis Zulassungsbescheide für Masterstudienplätze und das hat mir gewissermaßen einen kleinen Schubs gegeben. Bin ich doch besser als ich denke? Herrje, solche Stimmungsschwankungen können sehr an einem nagen.

Und so kam es, dass ich auf der Suche nach einem leeren Hefter für die Studienunterlagen auf eines meiner alten Tagebücher stieß, ein Geburtstagsgeschenk längst verdrängter Zeiten. Es ist wirklich ein unfassbar hübsches Tagebuch, mit zauberhaft verzierten Seiten und einem rosa Lesebändchen. Solche Büchlein verlangen regelrecht, etwas Einzigartiges in sie hineinzuschreiben, nicht wahr? Deswegen fällt es mir schon seit meiner Kindheit schwer, die Seiten schöner Blanko-Bücher mit vermeintlichem Blödsinn zu füllen. Sieben Einträge sind bereits enthalten, von 2007 und von 2010. Und so blödsinnig sind sie gar nicht. Irgendwie niedlich. Inklusive einem von zwei Liebesbriefen, die einzigen beiden, die ich je bekommen habe, natürlich nicht von den jeweils „Richtigen“.

Ich schweife ab, wo war ich? Ahja.

Nun stand ich neben meinem verkramten Schreibtisch mit diesem verführerischen Buch in der Hand, dessen Perfektion in seinem nicht weniger entzückenden Schutzkarton Vollendung findet. Prompt sah ich, wie sich ein verschwommenes Bild meiner Mutter über den durcheinandergewirbelten Romannotizen auf dem Tisch aufbäumte und kopfschüttelnd jammerte: „So kann man doch nicht arbeiten!“ Eigentlich hatte ich immer prima so arbeiten können. Hatte ich mal etwas abgeheftet, fand ich es generell nie wieder. Doch jetzt, mit dem Buch und dem Karton in der Hand, dazu mit den perfekt gefalteten oder gleich auf A5-Blätter gekritzelten Notizen im Blickfeld…

… Mit vor Stolz geschwellter Brust kann ich verkünden, dass ich nun ein überaus motivierendes neues Schreibkonzept habe. Allein das Gefühl, wenn meine Hand an der Klappe des Kästchens entlanggleitet, hinter der sich all meine Ideen verbergen, hat etwas so Besonderes an sich, dass ich es zwangsläufig öffnen und meine Gedanken sprudeln lassen muss.

Kitschig! Oh ja! Aber ich bin eben ein Mädchen. Von einer herzlichen Umarmung bin ich zwar noch weit entfernt, doch Motivation und Inspiration schüttelten sich immerhin kräftig die Hände. Und das ist mehr, als ich seit langer, langer Zeit erwarten konnte.

Die letzten Wochen laufen so eigentlich bis heute sehr geregelt ab. Tagsüber zermartere ich mir meinen Kopf, kaue auf meinen Stiften, verschlinge Unmengen Kaffee und Süßigkeiten und mache nur Pause, wenn mein Hund der Meinung ist, das Tagebuch oder der Laptop wären seine Kopfkissen (gerne auch beides gleichzeitig, in diesem Fall übernimmt sein wuscheliger Schwanz die fürsorgliche Aufgabe eines Scheibenwischers). Am Ende des Tages habe ich ein paar Bilder im Kopf. Und diese Bilder nehmen dann just in dem Moment Szenengestalt an, in dem ich mich todmüde unter die Bettdecke kuschele. Doch ich habe vorgesorgt. Ohne Stift und Papier neben mir lege ich mich gar nicht erst hin und den Weg meiner Hand zur Nachttischlampe beherrsche ich mittlerweile blind, mit links und mit einem brillant artistischen Beinschwung.

So könnte es ewig weiter gehen!

Liebst du mich?

Wenn man weniger hatte, als man wollte, dann mehr bekommt, als man erwarten konnte, obwohl man dann auch irgendwie wieder weniger hat, ist es dann okay, noch mehr zu wollen? Kann man gesamtsituativ überhaupt zufrieden sein? Wenn man glücklicher ist, als man glaubte, je sein zu können? Fehlt nicht trotzdem immer etwas?