Das Schneeflockensystem (Randy Ingermanson)

Obwohl der Tag noch nicht zu Ende ist, kann ich bereits behaupten, dass es ein guter Tag war. Bei mehr oder weniger sinnlosem Surfen stieß ich heute auf die Schneeflocken-Methode, die das Schreiben  eines Romans vereinfachen soll.

Warum nicht? Im Moment habe ich noch kaum Zeitdruck, also werde ich es einfach mal ausprobieren.

So geht’s los:

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Schritt 1: Ein-Satz-Zusammenfassung des Romans

was
– ganzer Roman in einem Satz
– wie: »Ein gewitzter Physiker reist in der Zeit zurück um Apostel Paulus zu töten«

wie
– eine Stunde Zeit
– kürzer ist besser (15 Wörter oder weniger)
– keine Charakternamen (»ein blinder Trapezkünstler« statt »Anna Müller«)
– das große Ganze und die persönliche Ebene der Geschichte verbinden (Welcher Charakter hat am meisten zu verlieren? → schreiben, was er gewinnen möchte)
– einzeilige Klappentexte in der New York Times als gute Herangehensweise

wozu
– dient stets als 10-Sekunden-Verkaufswerkzeug
– Übersicht, das Analogon zu dem großen Dreieck in der Schneeflockenstruktur
– im späteren Exposé ziemlich am Anfang zu verwenden
– Aufhänger, der das Buch an den Editor etc. verkaufen wird

Schritt 2: Satz zu vollständigem Absatz ergänzen

was
– Satz zu einem vollständigen Absatz erweitern
– Aufbau der Geschichte beschreiben, die größten Katastrophen und das Ende der Geschichte
– Analogon zum zweiten Stadium der Schneeflocke

wie
– eine Stunde Zeit
– »drei Katastrophen und ein Ende« (jede der Katastrophen braucht ein Viertel des Buches, um sich zu entwickeln, das Ende nimmt das letzte Viertel ein)
– fünf Sätze (ein Satz, um den Hintergrund und den Aufbau der Geschichte zu erläutern, je ein Satz für jede der drei Katastrophen, dann ein weiterer Satz, um das Ende zu erzählen)

wozu
– z. B. Klappentext
– auch in Exposé verwendbar
– Drei-Akte-Struktur: erste Katastrophe ist Ende des Akts 1, zweite Katastrophe ist die Mitte von Akt 2, dritte Katastrophe entspricht dem Ende von Akt 2 und erzwingt Akt 3, der alles noch einmal verdaut

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Hat das was gebracht?

Also die ersten beiden Schritte konnte ich heute bereits als Erfolge verbuchen. Allerdings habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht eine Stunde pro Schritt gebraucht habe. Klingt das unlogisch?

Das Schwierigste an den Absätzen waren die »drei Katastrophen«. Ich habe ehrlich keine Ahnung, ob das, was die tragischen Höhepunkte meines So-lala-Entwurfs sind, wirklich Katastrophen darstellen. Einerseits weiß ich demnach nicht, ob die Geschichte in meinem Kopf zu diesem Schema passt. Andererseits muss ich mich ja auch nicht an dieses System klammern, oder?

So ganz zufrieden bin ich jedenfalls noch nicht, muss ich zugeben. Aber ich glaube, es würde sich in jedem Fall lohnen, die ersten sechs oder sieben Übungen durchzuackern. Was soll schon großartig schiefgehen? Und ich werde fleißig über Meilensteine und Misserfolge bloggen.

Nur… wollte ich nicht zuerst an meinem Kinderbuch arbeiten…? Was soll’s. So lange ich zwei verschiedene Notizbücher habe, komme ich sicher nicht durcheinander. Und wenn doch, werde ich dich, lieber Leser, anschließend davor warnen, es mir gleich zu tun.

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